Unsere Aktivitäten - 2005

Die Aktivitäten begannen in 2005 direkt im Januar, als das Bündnis vom 4.-14. Januar 2005 in Kooperation mit der Kripo Köln die Ausstellung ‚Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter - Gewalt zerstört auch Männer' ins Kölner Polizeipräsidium holte. Themenschwerpunkte waren: Häusliche Gewalt, Sexualisierte Gewalt, Prävention. Die Ausstellung ist ein Präventionsprojekt des LKA Niedersachsen und wurde von den Kölner VeranstalterInnen mit kommunal interessanten Aspekten ergänzt. Außerdem wurde sie mit dem Ausstellungsprojekt ‚Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Frauen' des Aktionsbündnisses kombiniert. Die offizielle Eröffnung bestritten der Kölner Polizeipräsident Klaus Steffenhagen sowie Karin Schmidt, MdR, für das Bündnis.
Im Rahmenprogramm gab es auch einige themenbezogene Vorträge: der Verein Männer gegen Männer-Gewalt Köln e.V. fragte "Lieber gewalttätig als unmännlich?" Dr. Monika Schröttle vom Frauenforschungsinstitut der Universität Bielefeld stellte als Projektleiterin die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie ‚Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen' vor und die Rechtsanwältin Dr. Monika Müller-Laschet informierte über die Rechtslage bei Gewalt gegen Frauen.
Vortrag von Frau Dr. Monika Schröttle (PDF, 450 KB)

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) gab es in 2005 eine Aktionsreihe mit drei Bausteinen:

1. Plakat- und Postkartenaktion ‚Männer - Eure Gewalt zerstört auch EUER Leben!'
Vom 11.-25.11.2005 wurden über pickup rund 30 000 kostenlose Postkarten in 300 ver-schiedenen Kölner Kneipen, Cafes und sonstigen öffentlichen Stellen verteilt. Zusätzlich wurde dasselbe Motiv als A3-Plakat (in deutscher und türkischer Version) gezielt an geeigneten Stellen in Köln aufgehängt. Die Resonanz war durchweg recht positiv. Ziel der Kampagne war es zum einen, auf das Thema ‚Männergewalt an Frauen' aufmerksam zu machen. Zum anderen sollte hervorgehoben werden, dass langfristig nicht nur Frauen die Opfer von Männergewalt sind, sondern die ganze Gesellschaft - also auch die Männer selbst - davon betroffen ist.

Die Postkarte und die Plakate können hier betrachtet werden (PDF):
Postkarte Vorderseite
Postkarte Rückseite
Plakat deutsch
Plakat türkisch
Die Plakate und Postkarten können weiterhin verteilt werden. Wenn Sie Interesse haben, uns dabei zu unterstützen (vielleicht kennen Sie ja weitere geeignete Orte in Köln), schicken wir Ihnen gerne einige Exemplare zu.

2. Start der Ausstellungskarawane ‚Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen' durch Evangelische Kölner Kirchengemeinden
In 2006 wird die Mitmach-Ausstellung ‚Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen' durch Evangelische Kölner Kirchengemeinden touren. Am 25.11. wurde die Karawane - die im Januar in der Kreuzkirche startet - im Gemeindehaus der Antoniterkirche durch den Schirmherren Pfarrer Rolf Domning, Superintendent des Ev. Kirchenkreises Köln-Mitte, eröffnet. Eingeladen waren alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Auf dem Programm standen außerdem ein Grußwort der Kölner Bürgermeisterin Angela Spizig, der Vortrag ‚Theologische Wurzeln der Gewalt' von der Pastorin Daniela Hammelsbeck sowie Musik von den MAGIC STREET VOICES. Sie brachten als Überraschungsgäste drei albanische Jungs aus dem sozialen Brennpunkt Köln-Finkenberg mit, die vor dem begeisterten Publikum ihren Rap "Auch die Mädchen sind hier Chefs" - Ergebnis eines Anti-Gewalt-Projekts - zum Besten gaben.

Grußwort des Schirmherren (PDF)

Vortrag "Theologische Wurzeln der Gewalt" (PDF)
Ausstellungstermine in Evangelischen Kirchengemeinden (PDF)

3. Fachaustausch zur ersten bundesweiten Prävalenzstudie ‚Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland'
Diese Studie wurde im Auftrag der Bundesregierung im Herbst 2004 der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Januar 2005 wurden ihre zentralen Ergebnisse bereits im Rahmen der Ausstellung im Polizeipräsidium vorgestellt (s.o.). Am 29.11.2005 trafen sich auf Einladung des Aktionsbündnisses mehrere VertreterInnen Kölner Beratungsstellen und weiterer Institutionen, um die kommunale Relevanz dieser ersten repräsentativen Untersuchung zu dis-kutieren und ein mögliches gemeinsames Vorgehen zu überlegen. Ein Ergebnis des Treffens war, dass weiter am Thema gearbeitet wird, um die ebenso erschreckenden wie beeindruckenden Ergebnisse der Studie für die Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Frauen in Köln zu nutzen.

Hier einige Hintergrundtexte zum Thema:
Vortrag von Frau Dr. Monika Schröttle (Projektleiterin der Studie), gehalten im Januar 2005 im Rahmenprogramm einer Ausstellung im Polizeipräsidium:
"Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland"
Ergebnisse der ersten Repräsentativuntersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland
(doc-Datei, 146 KB)

Langfassung der Studie "Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" (pdf-Datei, ca. 9 MB)

Im Laufe des Jahres hat der Verein an einigen weiteren Aktivitäten und Initiativen teilgenommen:

  • Das Aktionsbündnis hat sich am Protestschreiben an die Kölner Politik wegen der geplanten Auflösung des Amtes für die Gleichstellung von Frauen und Männern Stellung beteiligt. Das Schreiben wurde von einer Vielzahl von Beratungsstellen und Einrichtungen unterzeichnet, die in Köln gegen Gewalt an Mädchen und Frauen tätig sind.
    Protestschreiben lesen

  • Irmgard Kopetzky, die Pressesprecherin des Aktionsbündnisses, hat ein Protestschreiben gegen die geplante Party des FC-Fan-Projekts im Pascha-Tabledance an die Geschäftsführung des 1. FC Köln geschickt. Der 1. FC Köln hat sich 2001 als Pate für unseren Jugendwettbewerb "Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben!" zur Verfügung gestellt und ein Statement gegen Männergewalt abgegeben.
    Protestschreiben lesen (PDF)

    Die Hintergrundinformationen über die Party können dem folgenden Artikel aus der Kölner Rundschau (PDF) entnommen werden

  • Die Mitglieder des Aktionsbündnisses haben an der Mahnwache für die Opfer von sexualisierter Gewalt teilgenommen. Auf Initiative der LOBBY FÜR MÄDCHEN beteiligten sich am 11.9.05 ab 22 Uhr rund 60 Frauen und Männer an der Aktion an der KVB-Haltestelle Florastraße in Nippes.
    Pressemitteilung

Der Verein arbeitet außerdem weiterhin aktiv im Arbeitskreis ‚Gegen Gewalt an Frauen' mit, der beim Kölner Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern angesiedelt ist und sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch sowie die Planung und Durchführung von Öffentlichkeitsaktionen trifft. Am 25.11.2005 informierte der Arbeitskreis an einem groß angelegten Infostand in der Kölner Fußgängerzone über Männergewalt gegen Frauen und Kinder in Köln und zeigte Handlungsalternativen auf. An diesem Infostand waren VertreterInnen des Vereins aktiv beteiligt.



Protestschreiben an die Kölner Politik wegen der geplanten Auflösung des Amtes für die Gleichstellung von Frauen und Männern.

Das Schreiben wurde von einer Vielzahl von Beratungsstellen und Einrichtungen unterzeichnet, die in Köln gegen Gewalt an Mädchen und Frauen tätig sind.

Kölnerinnen 2005

Sehr geehrte Frau Ministerin Fischer,
Sehr geehrte Landtagsabgeordnete,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schramma,
Sehr geehrte Ratsmitglieder der Stadt Köln,

Die Sparvorschläge der Verwaltung der Stadt Köln sehen vor, das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männer nun endgültig aufzulösen!
Mit nur noch 3 Planstellen - gegenüber 10,06 Stellen im Jahr 2003 - sollen Gleichstellungsaufgaben wahrgenommen werden. Diese Stellen sollen an das Personalamt angebunden sein und nur noch die interne Frauenförderung und Gleichstellungsarbeit umfassen.
Auf diese Weise werden nicht nur Stellen, inklusive der der Leitung des Amtes eingespart, sondern es muss auch jegliche Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit des Amtes eingestellt werden.

Daraus folgt, dass entscheidend wichtige Aufgaben des ehemaligen Frauenamtes nicht mehr wahrgenommen werden können.

  • Es wird keine Koordinationsstelle für die Arbeit am Thema "Gewalt an Frauen und Mädchen" und für den Gewaltschutz mehr geben.
  • Es wird keine direkten kommunalen Ansprechpartnerinnen mehr für die Kölner Frauenprojekte geben, weder für die autonomen noch für die Projekte in kirchlicher oder anderer Trägerschaft.
  • Die Stadt hat keine Stelle mehr, die schwerpunktmäßig, nachhaltig und intensiv frauenrelevante Themen aufgreift - Themen wie z.B. "Vereinbarkeit von Beruf und Familie", "Frauengesundheit", Sicherheit für Frauen" oder "Gewalt gegen Frauen "- und an diesen Themen auch öffentlichkeitswirksam arbeitet.
  • Das bedeutet, dass die Kölner Bürgerinnen für diese Themenbereiche keine kommunale Vertretung mehr haben, keine direkten Ansprechpartnerinnen.
  • Es fehlt in Zukunft das Verbindungsglied zwischen Verwaltung und Bürgerinnen!
  • Präventive Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit besonders zum Thema "Gewalt gegen Frauen" wird es von städtischer Seite so nicht mehr geben. Obwohl es ein erklärtes Anliegen des Rates der Stadt Köln ist, sich verstärkt diesen Themen zu widmen, wie es die Resolution des Rates der Stadt Köln vom 16.11.2000 "Keine Toleranz für Gewalt an Frauen" vorsieht.

Bereits die Ankündigung dieser massiven Sparvorschläge hat zu einer großen Planungsunsicherheit geführt. Eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung musste bereits abgesagt werden. So sollte am 16.06.2005 im Einkaufszentrum Chorweiler eine große Informationsveranstaltung zum Thema Gewalt gegen Frauen stattfinden.

Wir protestieren gegen diese verantwortungslosen und kurzsichtigen Sparmaßnahmen.

Wir bitten Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, damit das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln erhalten bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Protestschreiben gegen die geplante Party des FC-Fan-Projekts im Pascha-Tabledance (9.11.05)

Irmgard Kopetzky, die Pressesprecherin des Aktionsbündnisses, hat ein Protestschreiben gegen die geplante Party des FC-Fan-Projekts im Pascha-Tabledance an die Geschäftsführung des 1. FC Köln geschickt. Der 1. FC Köln hat sich 2001 als Pate für unseren Jugendwettbewerb "Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben!" zur Verfügung gestellt und ein Statement gegen Männergewalt abgegeben.

Protestschreiben lesen (PDF)

Die Hintergrundinformationen über die Party können dem folgenden Artikel aus der Kölner Rundschau (PDF) entnommen werden.