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Unsere Aktivitäten - 2004
Schwerpunkt in 2004 war eine neue Präventionsaktion gegen Männergewalt
an Mädchen und Frauen sowie die Übergabe eines Forderungskataloges
an den Oberbürgermeister und die Ratsmitglieder der Stadt Köln
zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.. Zudem beteiligte
sich das Aktionsbündnis an zahlreichen Aktionen zum Thema "Gewalt
gegen Frauen und Mädchen".
Im Juni 2004 startete eine neue Präventionsaktion gegen Männergewalt
an Mädchen und Frauen:
Im Rahmen des Jugendwettbewerbs
'Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben!' sind im Jahr
2001 rund 100 Kölner Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 23
Jahren kreativ geworden und haben sich in Gruppen oder einzeln sehr intensiv
mit dem Thema beschäftigt. Die teilnehmenden Gruppen und Einzelpersonen
repräsentierten Jugendliche aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen:
vom Mädchentreff, schulischen Arbeitsgemeinschaften und Pfadfindergruppen
über Jugendzentren in sozialen Brennpunkten und in den Außenbezirken
bis zu einer Medienfachschule war alles dabei. Die Qualität und die
unterschiedlichen Herange-hensweisen (Fotoromane, Bilderbuch, Skulpturen,
Texte, Fotomontagen, Songs u.v.m.) zeugten von einer intensiven Auseinandersetzung
mit dem Thema. Dabei wurde deutlich, dass es sowohl bei Mädchen als
auch bei Jungs diesbezüglich großen Gesprächsbedarf gibt,
dem eine Menge eigener, z.T. unverarbeiteter Erfahrungen zugrunde liegen.
Die Ergebnisse dieses Wettbewerbs sind daher in diesem Jahr noch einmal
aufgegriffen worden und Teil
einer 52-seitigen Broschüre. Zusätzlich gibt es Fachbeiträge
und weitere Informationen rund um das Thema. Die Broschüre soll MultiplikatorInnen
in Kölner Schulen und Jugendeinrichtungen zur Auseinandersetzung
mit dem - immer noch sehr tabuisierten - Thema 'Männergewalt an Mädchen
und Frauen' ermutigen und Handlungsbeispiele aufzeigen. Zusätzlich
gibt es Fachbeiträge und weitere Informationen rund um das Thema.
Die Broschüre ist mit finanzieller Unterstützung der KG Kleine
Erdmännchen e.V. bei Books on Demand verlegt worden (ISBN 3-8334-0027-7)
und kann für 4,80 Euro im Buchhandel bestellt werden.
Im Rahmen der Präventionsaktion wurden 500 Exemplare kostenlos an
Kölner Schulen und Jugendeinrichtungen versandt. Wir wollten pädagogisch
Arbeitende motivieren, diese schwierige Thematik nicht zu scheuen. Es
lohnt sich, auf Kreativität und Reflexionsbereitschaft von Jugendlichen
zu setzen.
Die Mitglieder des Aktionsbündnisses boten und bieten auch weiterhin
den PädagogInnen außerdem Coaching bei der Planung und Umsetzung
von Präventionsmaßnahmen an. Am Bündnis sind Fachleute
aus den verschiedensten Bereichen beteiligt, so z.B. Frauenberatung, Tätertherapie,
Präventionsarbeit mit Jungs, Mädchenarbeit, Selbstverteidigung,
psychosoziale Betreuung, offene Jugendarbeit und vieles mehr - geballtes
Know How also, auf das bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.
Im Rahmen der Ausstellung "Was
sehen Sie, Frau Lot?", die vom 13. -26.9.2004 in der evangelischen
Trinitatiskirche in Köln zu sehen war und von der Lobby für
Mädchen - Mädchenhaus Köln e.V. und dem Frauenreferat des
Ev. Stadtkirchenverbandes Köln gezeigt wurde, hat das Aktionsbündnis
am 15.9.2004 einen Workshop für Männer unter dem Titel:
"Gewalt ist männlich. Was kann "Mann" dagegen tun?"
angeboten.
Referenten waren
- Volker Hofmann, ev. Pfarrer, Beauftragter für Männerbildung
im Kirchenkreis Köln-Nord
- Frank Clemens von MAGIC STREET VOICES, Künstler, Sozialarbeiter
und Redakteur des "DGB Bürgerfunks Böcklerplatz"
- Matthias Barkhausen, Diplom-Psychologe, bis 2003 sechs Jahre Berater
bei "Männer gegen Männer-Gewalt Köln e.V."
Die sieben Teilnehmer des Workshops haben sich anhand eigener (Selbst-)
Erfahrung mit dem Thema Gewalt und Männlichkeit auseinandergesetzt
und alternative Verhaltensweisen entdecken können.
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) hat das Kölner
Aktionsbündnis am 24.11.2004 einen Forderungskatalog
an den Kölner Oberbürgermeister, alle Ratsmitglieder und die
Kölner Presse übergeben.
Der Katalog wurde offiziell Herrn Winkelhog, dem Stadtdirektor, in Vertretung
von Herrn Schramma und im Beisein von Frau Christine Kronenberg, Leiterin
des Kölner Amtes für Gleichstellung von Männern und Frauen
überreicht.
Die Forderungen sind auf dem Hintergrund der Ergebnisse der Studie "Lebenssituation,
Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland" vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend formuliert worden.
Gefordert wird u.a.
- die Erstellung eines Gutachtens über die bundesweite Spitzenstellung
Kölns bei angezeigten Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen
sowie konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Übergriffe und
zur Hilfe für die Opfer,
- eine genauere Differenzierung der Kölner Kriminalstatistik,
- eine Weiterbildungspflicht für alle Berufsgruppen, die mit von
Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen zu tun haben (bei Polizei,
Justiz und Erziehungseinrichtungen),
- die dauerhafte finanzielle Absicherung von Einrichtungen zum Schutz
und zur Beratung von Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen in
Form eigener Haushaltstellen,
- die Einrichtung und Finanzierung einer Männerberatungsstelle,
- Förderung und finanzielle Unterstützung präventiver
Maßnahmen in der Arbeit mit Jugendlichen,
- präventive Maßnahmen bei der Stadtplanung,
- eine stärkere Fokussierung der Öffentlichkeitsarbeit der
Stadt Köln auf das Thema "(sexualisierte) Gewalt gegen Frauen
und Mädchen".
Außerdem ist das Kölner Aktionsbündnis an folgenden
Veranstaltungen/Aktionen zum 25.11. beteiligt gewesen:
- In der Zentralbibliothek im Josef-Haubrich-Hof (U-Bahn Neumarkt)
präsentierte sich am 23.11.2004 der Arbeitskreis 'Gegen Gewalt
an Frauen und Kindern', dem auch das Aktionsbündnis angehört.
Auf dem Programm standen eine Pressekonferenz, Kurzfilme, die Liveperformance
'Frauen in Bewegung: Raus aus der Gewalt - wie kann das gehen?', ein
Infotisch sowie ein Büchertisch. Der Arbeitskreis ging außerdem
mit Minipostern und Infoscreen- Werbung in den U-Bahnen und mit einem
umfangreichen Internetauftritt unter www.stadt-koeln.de
an die Öffentlichkeit.
- Die Ausstellung "Das
Fräulein und der Stöckelschuh - die alltägliche Gewalt
gegen Frauen", die in 2000 vom Aktionsbündnis erarbeitet
worden war, wurde vom 24.11. bis zum 6.12.2004 im Foyer des Deutschen
Städtetages (Lindenallee 13- 17, 50968 Köln) gezeigt.
Der Verein arbeitet außerdem weiterhin aktiv im Arbeitskreis Gegen
Gewalt an Frauen' mit, der beim Kölner Amt für Gleichstellung
von Frauen und Männern angesiedelt ist und sich regelmäßig
zum Erfahrungsaustausch sowie die Planung und Durchführung von Öffentlichkeitsaktionen
trifft.
Der Kontakt zu ähnlichen Bündnissen und Vereinen in anderen
deutschen Städten (z.B. München und Berlin) wurde weiter gepflegt
- das Ziel ist eine bundesweite Vernetzung, an der in den nächsten
Jahren weiter gearbeitet werden soll.
Außerdem wurde im Jahr 2004 intensiv an der Planung der Ausstellung
"Gewalt
gegen Frauen hat viele Gesichter - Gewalt gegen Frauen zerstört auch
Männer" gearbeitet, die vom 4. bis zum 14. Januar 2005 in
Kooperation mit der Kriminalpolizei Köln im Polizeipräsidium
gezeigt wurde. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit drei Vorträgen
wurde organisiert. Die Ausstellung wurde zudem mit dem Ausstellungsprojekt
des Aktionsbündnisses "Mein
Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Frauen"
kombiniert.
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