Unsere Aktivitäten - 2001

Das 'Kölner Aktionsbündnis zum 25.11.' war im Jahr 2001 auf vielen Ebenen in Köln und Umgebung aktiv:

So wurde die im Jahr 2000 erarbeitete Ausstellung ‚Das Fräulein und der Stöckelschuh - die alltägliche Gewalt gegen Frauen' an einige Städte in NRW, darunter Bergheim und Aachen, verliehen und auch in Köln (in Kooperation mit dem Frauenamt) noch einmal gezeigt. Ab Mitte November bis kurz vor Jahresende war sie in der Magistrale des Stadthauses Deutz für alle Kölnerinnen und Kölner zugänglich - es wurden auf Anfrage auch Führungen angeboten.

Die Umsetzung der Forderungen des Forderungskataloges, der am 19.12.2000 an Kölner Politik und Presse übergeben worden war, war ein weiterer Bestandteil der Arbeit. Aus einem der Punkte ergab sich beispielsweise die aktive Mitarbeit des Vereins an einem Runden Tisch ‚Gegen Gewalt an Frauen', in dem Kölner Projekte zusammen mit dem Frauenamt nach konkreten Möglichkeiten suchen, das Klima für Frauen und Mädchen in Köln zu verbessern.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten konzentrierte sich jedoch auf den Aktionstag am 25.11.2001 und die dazu nötige Vor- und Begleitarbeit.

Bereits nach den Sommerferien wurde der Jugendwettbewerb ‚Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben!' ausgeschrieben, für den Hedwig Neven DuMont und der 1. FC Köln als Paten gewonnen werden konnten. 92 Kinder und Jugendliche im Alter von 7-21 Jahren aus ganz Köln beteiligten sich an dem Wettbewerb. Eingereicht wurden Songs, Texte, Bilder, Collagen, Skulpturen, Fotos und viele weitere phantasievolle Ergebnisse einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema.

Gleichzeitig startete das Ausstellungsprojekt ‚Mein Beitrag für Köln - eine Seite gegen Männergewalt an Mädchen und Frauen', das über mehrere Jahre laufen und immer weiter anwachsen soll. Ziel der Aktion ist es, dass möglichst viele Menschen eine DIN A 4-Seite mit ihren Erfahrungen, Wünschen, Forderungen, Ansichten etc. zum Thema gestalten (Malen, Zeichnen, Schreiben, Dichten, Kleben...). Prominente und andere KölnerInnen wurden angeschrieben und um Beteiligung gebeten. Die Seiten konnten auch an verschiedenen Orten in Köln ausgelegt (z.B. VHS, Stadtbibliothek, Kölner Bank) und so vielen Menschen zugänglich gemacht werden.

In den Wochen vor dem 25.11. wurden die Aktionen und Projekte zudem durch Infostände in der Fußgängerzone publik gemacht. Intensive Pressearbeit und die ständig aktualisierte Homepage trugen dazu bei, viele KölnerInnen auf das Thema und die Aktionen aufmerksam zu machen und Hintergrundinformationen zu geben.

Am Aktionstag selbst - für den die vier Kölner BürgermeisterInnen Renate Canisius (SPD), Josef Müller (CDU), Angela Spizig (GRÜNE) und Manfred Wolf (FDP) wieder die Schirmherrschaft übernommen hatten - gab es für die rund 600 BesucherInnen eine Menge zu sehen.
Im Foyer des KOMED-Saals war eine große Infobörse aufgebaut, bei der Kölner Gruppen und Initiativen, die zum Thema ‚Männergewalt an Mädchen und Frauen' arbeiten, ihre Arbeit darstellten und Infomaterial verteilten. Eine Rallye mit attraktiven Preisen war ein zusätzlicher Anreiz, sich diese Infobörse genauer anzusehen. Zusätzlich gab es noch einen Bücherstand, an dem man sich mit Fachliteratur eindecken konnte.

An der Infobörse beteiligten sich folgende Projekte und Gruppen: AsF (Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen), Maria Spahn (Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstrainerin), ATTAC (AG Frauen und Globalisierung), Notruf für vergewaltigte Frauen e.V., AK Frauen und AK Lesben der GRÜNEN, Frauenberatungszentrum Köln e.V., Frauenberatung Kalk, Wildwasser e.V., Frauenamt Köln, "Kääls e.V. - Kölner Männerforum", Männer gegen Männer-Gewalt Köln e.V., Mädchenhaus Köln e.V., Männerbildung des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Nord, Zartbitter e.V.
Außerdem Büchertisch von: Bücher Wolf, Kalker Hauptstr. 111, 51103 Köln-Kalk


Infostand der Grünen


 

Ausstellung "Mein Beitrag für Köln..."
Ebenfalls im Foyer untergebracht war das Ausstellungsprojekt ‚Mein Beitrag für Köln...' (s.o.). Alle Beiträge, die bis dahin zurückgeschickt worden waren, waren in Form eines Ausstellungs-Buches und mehrerer Plakate ansprechend aufbereitet worden und konnten besichtigt werden. Zusätzlich wurden die BesucherInnen des Aktionstages dazu motiviert, entweder an Ort und Stelle eigene Beiträge zu gestalten oder Vordrucke mit nach Hause zu nehmen und sie später einzureichen.

Im Saal selbst waren die Ergebnisse der Jugendwettbewerbs ‚Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben!' ausgestellt. Hier gab es nach dem Grusswort der Schirmfrau Bürgermeisterin Renate Canisius eine Talkrunde zum Thema. Für die Moderation konnten die Schauspieler Isabel Florido und Andreas Stenschke gewonnen werden. Sie befragten sowohl die Jugendlichen, die sich am Wettbewerb beteiligt hatten, als auch diverse Fachleute von Beratungsstellen, Kripo, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie eine Selbstverteidigungs-trainerin. Auch das Publikum, das überwiegend aus Jugendlichen bestand, konnte mitdiskutieren.


Renate Canisius

Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung am 25.11.2001 haben die vier BürgermeisterInnen der Stadt Köln übernommen: Renate Canisius, Josef Müller, Angela Spizig und Manfred Wolf.

Isabel Florido, Andreas Stenschke

Hedwig Neven DuMont und der 1.FC Köln übernahmen die Patenschaft für den Jugendwettbewerb. Die Moderation des Talks und der Preisverleihung beim Aktionstag lag in den Händen von Andreas Stenschke (Ex-'Verbotene Liebe') und Isabel Florido (Schauspielerin).

Das Statement des 1. FC Köln

Im Anschluss daran fand die Preisverleihung statt, bei der tolle Sach- und Geldpreise - die zum grössten Teil von Kölner Unternehmen zur Verfügung gestellt worden waren - sowie Urkunden an die TeilnehmerInnen übergeben werden konnten. Den Hauptpreis überreichte der Hauptgeschäftsführer des 1. FC Köln, Herr Claus Horstmann, als Vertreter der Paten des Wettbewerbs.

Exponate und ein musikalischer Beitrag zum Jugendwettbewerb


Preisträger


Claus Horstmann, Hauptgeschäftsführer des 1. FC Köln mit Preisträgern


Zusätzlich gab es zwischendurch und zum Abschluss der Veranstaltung verschiedene musikalische Beiträge von Kölner KünstlerInnen und Jugendbands, die alle ohne Gage auftraten und Lieder darboten, die inhaltlich zum Thema passten. Einige der Songs waren sogar extra für den Aktionstag geschrieben worden.

Die Ergebnisse des Jugendwettbewerbs sind 2004 als ein 52-seitiges Buch herausgegeben worden. Zusätzlich gibt es Fachbeiträge und weitere Informationen rund um das Thema. Das Buch soll MultiplikatorInnen in Kölner Schulen und Jugendeinrichtungen zur Auseinandersetzung mit dem - immer noch sehr tabuisierten - Thema 'Männergewalt an Mädchen und Frauen' ermutigen und Handlungsbeispiele aufzeigen.

Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist voll daneben! - Kölner Youth Contest, ISBN 3-8334-0027-7, 4,80 Euro (erhältlich im Buchhandel oder beim Aktionsbündnis).
Das Buch konnte mit finanzieller Unterstützung der KG Kleine Erdmännchen e.V. bei Books on Demand verlegt werden und wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich dafür.